Was die Firma Höfner mit der HM 88 anbietet, ist ein unglaublich gutes und auch seltenes Instrument. Nur die allerbesten Hölzer, wie sie in allen professionellen Gitarren der Welt zur Anwendung kommen (Decke langjährig gelagerte und selektierte Alpenfichte, Korpus ostindischer Palisander) werden vom Gitarrenbaumeister in Handarbeit zusammengebaut. Das dauert natürlich und deswegen ist die HM 88 auch nicht an jeder Straßenecke (onlineshop) zu bekommen. Jede HM 88 trägt die Unterschrift des Meisters.
Ihre Verarbeitung ist unglaublich gut und sauber. Habe keine bessere bisher gesehen. Sie spricht sehr (!) gut an und man kann dem Ton in jede Richtung hin beeinflussen. Das habe ich so in vielen Jahren auch noch nicht erlebt.
Der Diskant klingt einfach wunderbar und die Bässe sind deutlich und trennscharf, aber nicht zu wuchtig. Sehr ausgewogen. Was mich dazu umhaut, ist die Bespielbarkeit der HM 88. Ab Werk Saitenlage 6mm, 12. Bund über E, geht technisch Anspruchsvolles gut und schnell. Ich wage die Prognose, dass auch tiefere Lagen ohne Schnarren gehen, da mir die Halskonstruktion extrem stabil vorkommt. Die Gitarre unterstützt das Spielen!
Nebengeräusche werden durch die sehr gute Ansprache vermindert. Die Halsformung kommt mit sehr entgegen. Man wird durch den Klang der HM 88 nicht in eine Stilrichtung festgelegt. Bach und Tarrega sind schön zu interpretieren, man hats selbst in den Fingern.
Fazit: Für gut 1000.- Euro ein Schnäppchen. Wo gibts eine vom Gitarrenbaumeister handgemachte Konzertgitarre bester vollmassiver Hölzer sonst zu diesem Preis? Ich habe viele Gitarren gespielt, v.a. Spanierinnen, alle sehr schön und auch sehr teuer. Aber eben auch nicht besser, wenn auch anders. Wer meint (wie in manchen Foren) bei der HM 88 könne es sich nicht um Meisterinstrument handeln, irrt u